FAQ

Was fasziniert dich an der Wildlife-Fotografie?

Ich liebe es, Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und diese flüchtigen, einzigartigen Momente einzufangen, die sonst kaum jemand sieht. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn sich das perfekte Zusammenspiel von Licht, Bewegung und Verhalten zu einer Geschichte in einem Bild vereint. Wildlife-Fotografie bedeutet für mich, die Magie der Natur einzufangen und ihre Schönheit mit anderen zu teilen.

Wie bereitest du dich auf deine Touren vor?

Oft nehme ich mir vor, ein bestimmtes Tier oder einen bestimmten Teil der Natur zu fotografieren, und recherchiere dafür im Voraus im Internet. Die Orte schaue ich mir sowohl online als auch vor Ort an und beobachte, wie das Licht fällt und sich im Laufe des Tages verändert. Außerdem informiere ich mich über das Verhalten der Tiere, um zu wissen, wie sie auf verschiedene Situationen reagieren.

Viele meiner Fotos entstehen aber auch spontan während eines Spaziergangs - manchmal sind die unerwarteten Momente die schönsten.

Wie lange dauert es, ein gutes Foto zu bekommen?

Das lässt sich nicht pauschal sagen - manchmal gelingt ein Bild innerhalb von Minuten, manchmal braucht es Stunden oder sogar Tage. Wildlife-Fotografie erfordert Geduld, Beobachtung und sehr viel Glück. Oft zahlt sich das stille Warten aus: Je mehr Zeit man mit den Tieren verbringt, desto größer ist die Chance auf besondere, einmalige Momente, die ein Foto wirklich besonders machen.

Hast du bestimmte Ziele oder Projekte in der Naturfotografie?

Mein Ziel ist es, die Schönheit und Vielfalt der Natur einzufangen und besondere Momente zu dokumentieren, die Bewusstsein und Respekt für Wildtiere fördern.

Ein konkretes Vorhaben ist es, einen Fuchs in der Nähe meines Wohnorts zu fotografieren. Ich weiß, dass dort einer lebt, habe ihn aber bisher noch nicht genau gefunden. Ihn in der Nähe oder sogar am Straßenrand zu fotografieren, wäre ein tolles Projekt, um zu zeigen, dass Füchse oft viel näher sind, als man denkt.

Außerdem plane ich auf dieser Website ein E-Book, in dem ich von meinen Erlebnissen, Erfolgen und Misserfolgen erzähle. Darin möchte ich auch einige technische Tipps teilen und spannende Hintergründe zu den Fotos geben, um Einblicke in meine Arbeit und die Natur dahinter zu vermitteln.

Zur Arbeit und Motivation

Welche Kameraeinstellungen nutzt du häufig?

Für die meisten Wildlife-Fotos arbeite ich mit folgenden Grundeinstellungen:

  • 1/1000 Sek.
  • möglichst offene Blende
  • ISO Automatik
  • Mehrfeldmessung
  • automatischer Weißabgleich
  • AF-C mit Tracking (Spot L)
  • Tieraugen-/Vogel-Autofokus
  • –0,7 EV Belichtungskorrektur.

Zusätzlich habe ich mir einen Quick-Button eingerichtet, der bei besonders schnellen Situationen zum Einsatz kommt. Er enthält diese Einstellungen:

  • 1/2000 Sek.
  • möglichst offene Blende
  • ISO Automatik
  • Mehrfeldmessung
  • automatischer Weißabgleich
  • AF-C mit Tracking (Breit)
  • Tieraugen-/Vogel-Autofokus
  • –1,3 EV Belichtungskorrektur.

Natürlich passe ich diese Einstellungen je nach Situation, Lichtverhältnissen und Verhalten der Tiere flexibel an.

Fotografierst du eher aus der Hand oder mit Stativ?

Das kommt ganz auf die Situation an. Die meisten Aufnahmen mache ich aus der Hand, um flexibel und schnell reagieren zu können. Ein Stativ nutze ich vor allem dann, wenn ich lange Brennweiten, ruhige Szenen oder sehr geringe Lichtverhältnisse habe - oder wenn ich an einem festen Standort auf ein bestimmtes Tier warte.

Welche Objektive empfiehlst du für Einsteiger in die Tierfotografie?

Für den Einstieg eignen sich Telezoom-Objektive im Bereich 70–300 mm, 100–400 mm oder 150–600 mm. Diese bieten genug Reichweite, sind flexibel, vergleichsweise leicht und preislich attraktiv. Wichtig sind ein guter Autofokus, Bildstabilisierung und ein angemessenes Gewicht.

Wie gehst du mit schwierigen Lichtverhältnissen um?

Bei schlechtem Licht nutze ich meist Hilfsmittel wie Stativ, Bohnensack oder natürliche Auflagen wie Bäume, Äste oder Steine, um die Kamera stabil zu halten. Zusätzlich arbeite ich mit offener Blende, höherem ISO und längeren Belichtungszeiten, wenn die Situation es zulässt. Wichtig ist außerdem, die Lichtsituation bewusst zu beobachten - etwa Seitenlicht oder Gegenlicht kreativ einzusetzen - im Zweifel lieber mehrere Aufnahmen zu machen, um Verwacklungen zu vermeiden.

Zur Technik und Ausrüstung

Wie gehst du sicher, dass du Tiere nicht störst?

Ich halte stets ausreichend Abstand, bewege mich ruhig und vermeide hektische Geräusche oder Bewegungen. Zudem beobachte ich das Verhalten der Tiere genau und breche eine Annäherung ab, sobald sie Anzeichen von Stress zeigen. Respekt und Rücksicht haben für mich oberste Priorität.

Was ist dir beim respektvollen Umgang mit der Natur wichtig?

Mir ist wichtig, die Natur so zu hinterlassen, wie ich sie vorgefunden habe. Dazu gehören Rücksicht auf Tiere und Pflanzen, das Vermeiden von Störungen, kein Betreten sensibler Bereiche und selbstverständlich kein Müll.

Hast du Tipps für verantwortungsvolle Wildlife-Fotografie?

Bleib immer auf Abstand, bewege dich ruhig und respektiere die natürlichen Grenzen der Tiere. Verzichte auf Lockmittel, betritt keine sensiblen Bereiche und beachte Brut- und Schonzeiten. Nimm Rücksicht, hinterlasse keinen Müll und stelle das Wohl des Tieres stets über das perfekte Foto.

Zum Verhalten in der Natur

Was war dein bisher größter fotografischer Erfolg?

Mein bisher größter fotografischer Erfolg ist für mich ein Foto von zwei Luchskitten im Gegenlicht. Es entstand noch zu der Zeit, als ich im Wildpark fotografierte. Ich hatte stundenlang geduldig gewartet, immer auf der Suche nach dem perfekten Moment, und plötzlich setzten sich die beiden Luchse nebeneinander und blickten in Richtung Sonne.

Dieser Augenblick hat für mich eine ganz besondere Bedeutung: Das Bild vermittelt Ruhe, Zuneigung und Nähe zwischen den beiden Tieren, und ich hatte das Glück, diesen flüchtigen Moment genau einzufangen. Leider sind die beiden Kitten später an einer Krankheit verstorben, was das Foto für mich noch wertvoller macht - als Erinnerung an ihre einzigartige Persönlichkeit und den Moment, den ich erleben durfte.

Solche Erfahrungen zeigen mir, wie kostbar und zugleich zerbrechlich die Momente in der Natur sind - und warum Geduld, Aufmerksamkeit und Respekt so wichtig in der Wildlife-Fotografie sind.

Gab es Begegnungen, die besonders herausfordernd waren?

In der Wildlife-Fotografie gibt es immer wieder Momente, die mich vor echte Herausforderungen stellen. Besonders scheue oder schnelle Tiere zu fotografieren, kann stundenlanges Warten bedeuten - oft in unbequemen Positionen oder bei schwierigen Lichtverhältnissen. Ich erinnere mich zum Beispiel an einen Haubentaucher an der niederländischen Küste: Dort hatte ich sehr viel Gegenlicht und wollte ihn beim Auftauchen fotografieren, doch er tauchte immer an Stellen auf, an denen ich nicht mit ihm gerechnet hatte. Leider hatte ich in der Zeit, die ich dort war, kein Glück.

Doch genau das motiviert mich umso mehr, dieses Foto irgendwann zu schießen.

Solche Begegnungen sind anstrengend, aber gerade das macht für mich den Reiz aus: Geduld, Beobachtung und ein bisschen Glück führen zu Momenten, die man sonst nie erleben würde. Und wenn dann endlich das Foto gelingt, weiß ich, dass sich jede Mühe gelohnt hat.

Zu Erfahrungen und Ergebnissen

Welche Tipps gibst du Anfängerinnen und Anfängern?

Seid geduldig, beobachtet die Tiere genau und geht Schritt für Schritt vor. Lernt eure Kamera und Objektive gut kennen und übt regelmäßig an häufig vorkommenden Motiven. Für den Einstieg kann es hilfreich sein, Wildtiere in seriösen Wildparks zu fotografieren - vorausgesetzt, man informiert sich vorher über deren Prinzipien und Ziele. Respekt vor Tieren und Natur ist genauso wichtig wie die Technik und sorgt für schöne, verantwortungsvolle Aufnahmen.

Welche Orte eignen sich gut zum Üben von Wildlife-Fotografie?

Zum Üben eignen sich vor allem Orte, an denen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden können, ohne gestört zu werden. Das können Naturschutzgebiete, Parks, Seen, Wälder oder Wiesen sein. Für den Einstieg sind auch seriöse Wildparks oder Tiergehege geeignet, sofern man sich vorher über deren Prinzipien und Ziele informiert. Wichtig ist immer, respektvoll zu bleiben und Abstand zu halten.

Wie kann man dich oder deine Arbeit unterstützen oder begleiten?

Ihr könnt meine Fotografie am besten begleiten, indem ihr mir auf Instagram folgt, dort meine neuesten Fotos und Geschichten seht. Wenn euch meine Arbeit gefällt, könnt ihr mich außerdem über Ko-fi unterstützen - so helft ihr mir, Ausrüstung, Reisen und Projekte für noch mehr Fotos möglich zu machen. Jeder Beitrag, egal wie klein, ist eine große Hilfe!

Für Interessierte und Einsteiger